Die Geschichte der Jeans
Der Jeansstoff hat seinen Ursprung in dem kleinen französischen Örtchen Nimes, in dem bereits im 16. Jahrhundert der typische Denim zur Fertigung von Segeltüchern hergestellt wurde. Aus dem französischen Begriff "Serge de Nimes" (dt.: "Gewebe aus der Stadt Nimes") ging später im Amerikanischen der Begriff "Denim" hervor.
Die Jeans selbst haben ihren Ursprung in der Gegend um die italienische Stadt Genua. Aus der französischen Form des Städtenamens "Gênes" machte die amerikanische Umgangssprache den Begriff "Jeans".
Levi Strauss, ein Stoffhändler, der als deutscher Auswanderer um 1850 nach San Francisco ging, fertigte für Goldgräber zunächst strapazierfähige Arbeitshosen aus braunem Segeltuch. 1860 stellte er diese Arbeitshosen erstmals aus dem aus Nimes kommenden Gewebe her. Schon damals hatte der Denim seinen charakteristischen Blauton. Verantwortlich dafür war der aus Genua stammende Indigofarbstoff "Bleu de Genues". Etwa zur selben Zeit hatte der Schneider Jacob David die Idee, die Widerstandsfähigkeit der Jeansnähte durch Metallnieten zu verbessern und wandte sich an Levi Strauss. Gemeinsam patentierten sie am 20. Mai 1873 die "Gênes" aus dem "Serge de Nimes" mit orangefarbenen Nähten und Nieten zur Verstärkung verziert.
In den darauffolgenden Jahren wurde die blaue Nietenhose weiterhin gern als Berufskleidung getragen, jedoch nicht mehr nur von Goldgräbern, sondern auch von Eisenbahnarbeitern, Farmern, Holzfällern und Cowboys.
Um 1920 wurde der Begriff "Blue Jeans" geprägt. In den 1930er Jahren wurden die Hosenträger von Gürteln abgelöst. In den 1950er Jahren galt die Jeans besonders unter Jugendlichen als Symbol des Protests gegen Tradition und Autorität.
Amerikanische Soldaten brachten die Jeans nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa. Der Bekanntheitsgrad steigerte sich auch durch Filmstars wie James Dean und Marlon Brando. Anfänglich ungern gesehen ließ sich der Siegeszug der Jeans in den 1960er Jahren nicht mehr aufhalten. Werte wie Freiheit, Jugendlichkeit und Sportlichkeit wurden mit der Blue Jeans assoziiert, so dass sie sich vom Symbol des Protests mehr und mehr zur selbstverständlichen Alltagskleidung entwickelten.
Seither werden ständig neue Waschungen und Styles entwickelt und vermarktet. Doch eines ist heute wie damals unverändert geblieben: Jeans sind nicht einfach nur ein Kleidungsstück, sondern wie der Schriftsteller Ulrich Plenzdorf in seinem Werk "Die neuen Leiden des jungen W." treffend formulierte: "Jeans sind eine Einstellung und keine Hose".
